Für Erwachsene

Meine Geschichten blicken mit schwarzem Humor, oft sarkastisch und immer ein wenig morbid auf die Welt und ihre Bewohner. Das Publikum in meinen öffentlichen Lesungen zeigte sich begeistert, und so wage ich mich aktuell an meine ersten Romane für Frauen.

"Wie Du mir ..."

Textprobe

"Hallo Stefan, ich bin hier um Dir lebe Wohl zu sagen. Ja, Du hörst richtig. Ich verlasse Dich. Dein Geld ist gut angelegt, so dass ich in den kommenden Jahren, gut leben kann. Gefällt Dir meine neue Frisur? Kurze Haare sind jetzt der letzte Schrei. Du brauchst Dir keine Sorgen zu machen. Ich habe jemanden eingestellt, der sich um Dich kümmern wird. Rita, Du erinnerst Dich an sie? Meine Freundin: Die, die Du nie leiden konntest. Sie wird Dich regelmäßig besuchen, und Dir neue Blumen bringen. Wie immer wird es Dir an nichts fehlen."

"Zwang - Haft"

Textprobe

Der Gasofen im Bad?
Ist aus.
Der Gasherd in der Küche?
Ist auch aus.
Flamme des Durchlauferhitzers in der Küche?
Sie brennt.
Die Kaffeemaschine?
Ist ausgesteckt.
Die Geräte in der Wohnung sind vom Netz genommen.
Der Kachelofen ist nicht geheizt - es ist Sommer und wir wollen zum Picknick fahren.
Die Fenster?
Sind alle geschlossen.
Die Wohnungstür?
Mache ich zu und schließe ab.
Den Schlüssel habe ich in der Hand.
Ich stecke ihn in die Tasche. Schlüssel, Geldbörse, Papiere?
Alles ist da.
Wir gehen zum Auto.
Was ist mit dem Gas? Brennt die Flamme im Durchlauferhitzer noch oder hat sie der Luftzug beim Schließen der Tür gelöscht!?

"Totentanz"

Textprobe

Immer schon wollte er hier hüpfen. Hüpfen, tanzen und springen. Der Tag war perfekt dafür. Strahlend blauer Himmel, kein Wölkchen war zu sehen. Die Novembersonne erwärmte die Luft ein letztes Mal, und Paul Menich, 72, hüpfte, ausgelassen wie ein Kind, auf dem Grab seiner Mutter. Wie ein Derwisch drehte er seine Kreise. Weiter, weiter, immer weiter. Bis Paul Menich, 72, vom Schwindel gefangen war und sich gerade noch am Grabstein festhalten konnte, um nicht hinzufallen. Er rang nach Atem und schlang den linken Arm um seinen Bauch. Seitenstechen kündigte sich an. Der friedliche Blick auf die anderen Gräber um ihn herum hatte keine beruhigende Wirkung. Das Ganze hier, mit den Holzbänken, den bepflanzten Gräbern und den angeketteten Gießkannen, erinnerte ihn eher an den Schrebergarten seiner Großeltern.
Ein Kichern stahl sich ins Luftschnappen, und Paul Menich, 72, schaute auf die Fußabdrücke, mit denen das Grab seiner Mutter nun übersät war. Doch das reichte Paul Menich, 72, nicht. Er wollte auf Nummer sicher gehen und begann, vom linken Rand des Grabsteins aus, die Erde systematisch festzustampfen.

"Traum-Haft"

Textprobe

Mit einem Ruck fuhr Lisa aus dem Schlaf hoch. Sie lauschte in die Stille, und obwohl sie nicht hätte sagen können, was sie geweckt hatte, brach ihr plötzlich der Schweiß aus.
"Lisa?"
Die Stimme ließ sie herumfahren.
Im Dämmerlicht, das durch die halb heruntergelassenen Jalousien fiel, erkannte Lisa einen Mann in der Ecke ihres Schlafzimmers.
"Johannes!", entfuhr es ihr. "Was machst du hier?"
Kraftlos richtete sich Lisa im Bett auf und lehnte sich gegen die eiserne Kopfstütze.
Johannes stand langsam auf und ging in Richtung Fenster. Lisa folgte dem kleinen Lichtpunkt seiner glimmenden Zigarette mit den Augen.
"Du solltest vorsichtiger sein!", brummte Johannes und ließ mit einem Ruck die Jalousie nach unten krachen. "Man weiß nie, ob jemand dich beobachtet."
Lisa sagte nichts und versuchte auch beim Atmen so gut wie kein Geräusch zu machen. Mit seinen zwei Metern Körpergröße verdeckte Johannes das ganze Fenster. Ein aufreizend langsamer Zug an der Zigarette erhellte sein Gesicht gerade so lange, um den Dreitagebart und die listigen Augen erkennen zu lassen.

"RFID - RuFe Im Datennebel"

Krimi

Der Text wurde 2008 beim Wettbewerb 'Seien Sie heimtückisch - entdecken Sie Ihr Mordstalent' der Hamburger Schule des Schreibens mit dem 7. Platz ausgezeichnet.

Charlotte ist in einem Alptraum gefangen. Ihre Freundin Sara liegt nach einem mysteriösen Unfall im Koma. Kurz danach verschwindet Saras gesamte Modekollektion. Ihr Atelier geht in Flammen auf. Kundinnen werden bedroht. Und dann wird Charlottes vierzehnjährige Tochter Opfer eines Überfalls, bei dem ausgerechnet die von Sara kreierte Lederjacke geklaut wird.
Das reicht, um mehr als Charlottes Neugier zu schüren. Die Lokalreporterin recherchiert und gerät dabei in einen bizarren Nebel aus George Orwells "1984" und Terry Gilliams "Brazil".
Bald wird klar, dass Saras Leidenschaft für technische Spielereien und die Suche nach einem passenden Sicherungssystem für ihre Kreationen gegen illegale Kopien der Auslöser für eine Kettenreaktion waren.
Gemeinsam mit dem Hacker Lowry entwickelte sie eine Variante des Systems zur automatischen Identifizierung von Gegenständen und Lebewesen RFID (Radio Frequency Identification). Was beide nicht ahnen: Jakob Lint, Handlanger derer, die am besten zahlten, hatte im Auftrag des Innenministeriums exakt das gleiche System gefunden. Nur sollte dieses zur Ausspionierung der Bevölkerung benutzt werden.

"Royal Flush"

Roman, (Arbeitstitel)

Linda, Simone, Katja und Felizitas steuern mit wehenden Fahnen auf die 40 zu und passen in keine Schublade, jedenfalls in keine, die ihnen diverse Frauenzeitschriften, Ratgeber und so genannten Modeschöpfer so gern zuweisen würden. Während drei von ihnen blendende Karriereaussichten gegen Kinder und Lebensabschnittsgefährten eingetauscht haben, sucht eine immer noch nach der Quadratur des anderen Geschlechts. Jeden neuen Tag versuchen die vier dem Wahnsinn zwischen Kindern, Haushalt und bezahlter Lohnarbeit Herrin zu werden, und dabei als menschliche Wesen nicht komplett unter die Räder zu kommen. Sie geizen bei ihren Pokerstammtischen nicht mit Gesellschaftskritik, Politik- und Medienschelte, lassen kein gutes Haar an Männern und Artgenossinnen. Aber könnten sie es besser machen? Eines Tages bietet sich ihnen die Chance ein Leben zu retten. Ausgerechnet das eines Mannes.
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